Gymnasiasten wollen Courage zeigen
Auch die jüngste Lehranstalt in Ottersberg nennt sich nun „Schule ohne Rassismus“
Ottersberg am Freitag, 23. April 2010
Ottersberg (hs). 102 Mal wurde die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in ganz Niedersachsen bisher vergeben. Gleich zwei der entsprechenden Plaketten prangen auf den Ottersberger Schulgebäuden unter der Adresse „Am Brink 9“.
„Eine Sache ist das Reden über Courage. Die andere ist den Mut zu haben, auch etwas zu tun, etwas zu bewirken. Ich wünsche mir, dass man uns auch ohne Schild als Schule mit Courage erkennen wird.“ Tosenden Beifall erntete Julia Roehl vom Schülerrat des Gymnasiums Ottersberg kürzlich für ihre Worte anlässlich der Verleihung der Auszeichnung. Wie bereits die Wümmeschule kann sich nun auch das örtliche Gymnasium „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen.
Die Schüler selbst seien es gewesen, die sich dafür stark gemacht hätten, lobte Kontaktlehrer Stephan Wilke als Berater des Schülerrats. Gemeinsam mit dem Schülerrat werde man den globalen Rassismus im Auge behalten und sich in Form von Projekten dagegen positionieren, versprach er. Denn die Auszeichnung gibt’s nicht für bereits erbrachte Leistungen, sondern für künftiges Engagement.
Um den Titel zu erwerben und damit Teilnehmer im größten Schulnetzwerk Deutschlands mit bislang mehr als 700 Schulen zu werden, müssen sich mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und des Schulpersonals verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen und regelmäßige Projekttage zum Thema zu veranstalten. „Wir wollen mindestens einmal im Jahr eine Aktion durchführen“, erklärte Finn-Halvar Peters, der sich gemeinsam mit seinen Mitschülern Eike Roßkamp und Julia Roehl besonders für die „Schule mit Courage“ einsetzt. Auch einen Paten, der zu den Projekten ins Haus kommt, haben die Schüler gewonnen: Abdoul Bouba, Fußballtrainer beim TSV Ottersberg und dort unter anderem bekannt für seine gute Jugendarbeit. Der gebürtige Kameruner lebt seit 17 Jahren in Deutschland, und engagiert sich seit zehn Jahren gegen Rassismus. „Rassismus bedeutet Dummheit, Feigheit, Egoismus. Rassismus hat keine positive Seite“, betonte Bouba. Rektorin Gabriele Diedrich blieb noch eines hinzuzufügen: „Ich bin sehr stolz auf die Initiative unserer Schüler!“

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