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Hogrefe fordert eine objektive Bewertung

Kreis-CDU stellt Antrag zu RWE-Dea

Landkreis (eb). Mit einer Schnellanfrage an den die Kreisverwaltung will die CDU-Kreistagsfraktion eine umfassende Information der Öffentlichkeit zur Benzolverseuchung des Erdreichs in Allerdorf erreichen. ”Es geht um eine objektive, von der RWE-Dea unabhängige Bewertung des Schadereignisses“, so Fraktionsvorsitzender Wilhelm Hogrefe, der außerdem eine intensive Befassung des zuständigen Kreistagsausschusses mit den Folgen der Erdgasförderung fordert.

„Der östliche Teil unseres Landkreises ist ein Schwerpunkt der Erdgasgewinnung in Niedersachsen. Derzeit wird erhebliche Kritik an bestimmten Fördermethoden geübt und viele Menschen sind verunsichert – insbesondere, wenn Betreiberfirmen Schadereignisse verschweigen“, erläutert Hogrefe.

Im aktuellen Fall der Belastung von Boden und Grundwasser in Allerdorf mit Benzol habe es bei der Begehung durch den Ortsrat Völkersen zwar erste Informationen durch die Betreiberfirma gebracht. Entscheidend sei aber, wie dieser Vorgang von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises und von unabhängigen Sachverständigen beurteilt werde. Dies gelte auch für die Wirksamkeit des eingeleiteten Verfahrens zur Sanierung des Bodens. „Durch die langjährige Sanierung des mit Benzol und ähnlichen Chemikalien verseuchten früheren Waldmann-Geländes in Thedinghausen hat der Landkreis erhebliche Erfahrungen sammeln können“, meint Hogrefe.

Angesichts des aktuellen Ereignisses sowie der jüngsten Berichterstattung im ZDF über Gebäudeschäden in Schülingen als Folge der Erdgasförderung soll sich nun auch der für die Wasserwirtschaft zuständige Fachausschuss des Landkreises mit dem Gesamtkomplex der Auswirkungen von Erdgasfördermethoden befassen. Dazu beantragte Hogrefe die Hinzuziehung eines sachkundigen Beamten aus dem niedersächsischen Umweltministerium.

„Im Landtag gibt es derzeit eine intensive Befassung mit diesem Problemkreis und die Forderung, dass der Bundesgesetzgeber künftig den Förderfirmen eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreibt sowie den Behörden vor Ort mehr Kompetenzen gibt.“

Die sechs Fragenkomplexe der Schnellanfrage des Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion lauten:

1.) Wann wurde dem LK der Vorfall bekannt und was hat die Untere Wasserbehörde dann unternommen?

2.) Welche Mengen an Benzol sind mit dem Lagerwasser in das Erdreich gedrungen, wie groß ist die Kontaminationsstelle und wie viel des Schadstoffes konnte bereits wieder entfernt werden?

3.) Waren weitere umweltrelevante Stoffe im ausgetretenen Lagerwasser vorhanden?


4.) Ist gewährleistet, dass eine völlig unabhängige Untersuchung des Vorfalls und eine entsprechende Begleitung der Schadensbehebung durch vereidigte Sachverständige erfolgt?

5.) Wie stellt sich die Haftungsfrage dar, falls es zur Belastung des tieferen Grundwassers
kommen sollte und Tränkebrunnen sowie Beregnungsbrunnen kontaminiert werden?

6.) Wie ist der gesamte Vorgang zu beurteilen im Vergleich zu der langjährigen Belastung des Bodens und des Grundwassers auf dem früheren Waldmanngelände in Thedinghausen und dessen erfolgreiche Sanierung im Auftrag des Landkreises?


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