Ihre Zeitung ist so wichtig für Verden. Das sie nun online ist, finde ich total super!!! Weiter so......
Antwort auf den Tipp "Täglich reinschauen lohnt sich" schreibt Jürgen Lindner:
Mach ich doch (fast) täglich.
Toll, dass sie neben der schriftlichen Form auch das Medium Internet nutzen.
Herzlichen Dank, Antje
Kleinbahn Bremen - Thedinghausen wird 100
"Pingelheini" holt Original-Triebwagen von 1936 zurück / Fahrten mit dem "Schweineschnäutzchen" am 1. August
Thedinghausen am Montag, 19. Juli 2010
Landkreis (eb). Vor 100 Jahren, am 1. Oktober 1910, erreichte zum ersten Mal ein Zug Thedinghausen - es war ein großer Tag für die Orte entlang der neuen Kleinbahn Bremen - Thedinghausen, die nun Anschluss an die große, weite Welt bekamen. Für den Landhandel ergaben sich völlig neue Absatzmärkte und für weite Teile der Bevölkerung bot die Kleinbahn nun erstmals die Möglichkeit des Reisens. Zwar fahren schon lange keine Personenzüge mehr auf der Strecke - der letzte im Oktober 1955 - aber die Museumsbahn "Pingelheini" ist immer noch regelmäßig auf der Kleinbahn unterwegs und bietet einen historischen Ausflugsverkehr an. Die ehrenamtlichen Hobbyeisenbahner sind es auch, die den Geburtstag der Strecke feiern und dazu alle Interessierten einladen.
Am Sonntag, den 1. August, wird der Verein einen Sonderverkehr auf der Strecke anbieten und holt dazu ein ganz besonderes Fahrzeug zurück: Den Triebwagen T2, ein Wismarer Schienenbus. Es ist das Originalfahrzeug der damaligen Kleinbahn Bremen - Thedinghausen, das im Jahre 1936 erstmals auf die Strecke ging, damals für einen neuen Komfort sorgte und eine kostengünstige Alternative zu den Dampfzügen bot, die bis dahin alleine das Bild bestimmten. Der Schienenbus, fabrikneu aus der Waggonfabrik Wismar nach Leeste geliefert, pendelte fortan mehrmals täglich zwischen Thedinghausen und Bremen-Neustadt, wo Anschluss an die Reichsbahn nach Bremen Hbf bestand. In ihm reisten die Fahrgäste der Kleinbahn zur Arbeit, er fuhr auch während des 2. Weltkriegs täglich in das zerstörte Bremen und entging allen Bomben- und Tieffliegerangriffen.
Nach dem Krieg fuhren in ihm hungernde Bremer zu Hamsterfahrten aufs Land, bevor die Kleinbahn ihn 1949 nach Hessen verkaufte. In den 60er Jahren erwarb ihn das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen. Dort wurde er originalgetreu restauriert und wird seitdem gehegt und gepflegt. Bis heute pendelt er jedes Wochenende zwischen dem S-Bahnhof in Bochum-Dahlhausen und dem Eisenbahnmuseum und noch immer steht an ihm stolz "T2 - Kleinbahn Bremen - Thedinghausen B-Th". Im Volksmund wurde er aber damals wie heute nur "Schweineschnäuzchen" genannt, wegen seiner markanten Motor-Vorbauten an beiden Wagenenden.
Fahrten mit dem Original-Triebwagen von damals
"Die Kosten, um diesen einzigen erhaltenen Originalwagen der Kleinbahn herzuholen, sind schlichtweg der Wahnsinn", sagt Pingelheini-Vorstandssprecher Gordon Doyen. "Der Wagen kostet Miete, die Überführung nach Leeste kostet Geld und das Eisenbahnmuseum lässt nur eigene, erfahrene Lokführer ran, den darf kein Fremder anrühren", so Doyen. Aber das sei es dem Verein wert: "Wir können keine große Party veranstalten, aber wir wollten etwas, an das sich alte Menschen, die damals mit der Kleinbahn gefahren sind, erinnern, und das junge Menschen fasziniert, weil das, was damals modern war, heute niedlich und altertümlich erscheint." Der Verein, erklärt Doyen, möchte etwas Außergewöhnliches präsentieren, nicht nur zum Anschauen, sondern zum Mitfahren. Am 1. August wird der Wismarer Schienenbus daher für alle interessierten Fahrgäste auf der Strecke pendeln, jeder kann mitfahren. Allerdings bittet der Verein um Platzreservierung. Doyen: "Der Wagen hat nur gut 40 Plätze sowie ein paar Klappsitze. Wir pendeln, so oft es geht, aber wir möchten Überfüllung vermeiden und jedem Gast einen Platz anbieten, um diese wirklich außergewöhnliche Fahrt genießen zu können." Der Verein, so Gordon Doyen, hoffe, auch ältere Gäste ansprechen zu können, die den Triebwagen noch von damals kennen und die sollten auf jeden Fall sitzen können. Die Reservierung ist ab sofort im Internet unter www.pingelheini.de möglich (empfohlen), außerdem telefonisch unter (0421) 803577 (von 18 bis 20 Uhr). Von Thedinghausen nach Leeste und zurück werden Fahrten um 12:45 Uhr, 14:45 Uhr und 16:45 Uhr angeboten. Bei der Reservierung muss eine bestimmte Fahrt angegeben werden, Vorkasse ist aber nicht erforderlich, bezahlt wird erst beim Schaffner im Zug. Eine Hin- und Rückfahrt kostet 8 Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen die Hälfte. Da der Schienenbus sehr klein ist, können keine Fahrräder und keine Kinderwagen transportiert werden.
Mitfahrten auf dem Führerstand in Leeste
Im Bahnhof Leeste wird der Verein von 10 bis 18 Uhr zudem eine kleine Fahrzeugschau anbieten. Zur Besichtigung offen sind die bekannte "Kuh-Lok" der Bremen Thedinghauser Eisenbahn GmbH, eine 1000 PS starke Diesellok für den Güterverkehr, die mit Kuhflecken lackiert ist und häufig auch die Züge der Museumsbahn Pingelheini zieht, wenn diese auf Fahrt zu Zielen in Norddeutschland geht und dafür DB-Strecken befährt. Außerdem zeigt der Verein seine "neue" Lok V41, eine 400 PS starke Lok aus dem Jahre 1956, die endlich fertig restauriert wurde und bald die Züge des Pingelheinis nach Thedinghausen ziehen wird. Beide Loks dürfen betreten werden. Im Bahnhof finden zudem Fahrten mit der kleinen Lok 1 des Vereins statt - große und kleine Gäste können dabei kostenlos auf dem Führerstand der Lok mitfahren, dem Lokführer bei der Arbeit zusehen und auch einmal die Pfeif-Taste drücken. Außerdem stellt der Verein seine Waggons aus und bietet Interessierten Führungen an, bei denen die Arbeit des Vereins gezeigt wird und Fachfragen beantwortet werden. Außerdem gibt es eine Fotoschau zur Geschichte der Kleinbahn sowie kühle Getränke, Kaffee und Würstchen.



