„Macht mit, und der Bus fährt in einem Jahr“
Arbeitsgemeinschaft Bürgerbus Samtgemeinde Thedinghausen beginnt ihre Reihe von Info-Veranstaltungen in Blender und Wulmstorf
Thedinghausen am Dienstag, 17. August 2010
Blender (is). Der Abend verlief besser als erwartet, und zufrieden verstaute Dietrich Daude Laptop, Beamer und Leinwand im Kofferraum seines Autos, die gepackte Aktentasche mit Notizzettel und Fragebögen stellte er auf den Beifahrersitz, daneben die Box für abgegebene Bögen. Die Arbeitsgemeinschaft Bürgerbus Samtgemeinde Thedinghausen hatte zur Informations-Veranstaltung über die geplante Einführung des Busses in die Blender Mühle eingeladen, und zehn Besucher kamen am Montag zum Auftakt der Vortragreihe. „Eine gute Anzahl für den Anfang“, sagte der Mitinitiator.
Zeitgleich stand in Bäcker’s Gasthaus in Wulmstorf ein weiterer Info-Abend an, auf dem Daudes Mitstreiter Uwe Heine seinem Publikum Rede und Antwort stand. Heine freute sich über die acht Gäste: „Ich habe mit fünf gerechnet.“ Was ihn innerlich frohlocken ließ: Seine Zuhörer waren, was das Alter betrifft, gemischt. In Blender dagegen kamen ausschließlich Senioren.
Ob in Blender oder in Wulmstorf – der Bürgerbus aus Kirchlinteln war dabei. Den sahen sich die Besucher genau an, nahmen auf den gemütlichen Sitzen Platz und fachsimpelten über den Bus im Miniformat. „Knuddelig“, „knuffig“ und „schnuckelig“, riefen die Gäste entzückt. Der Vorsitzende des Kirchlintelner Bürgerbus-Vereins, Adolf Rademacher, führte das Besondere des Achtsitzers vor: Mit wenigen Handgriffen klappte er die Rampe aus, die beispielsweise Rollstuhl- und Rollator-Fahrern den Einstieg ermöglicht, und schaffte Platz für Rollstuhl oder Kinderwagen: Dafür wird lediglich ein Sitz zur Seite gedreht. „Toll“, staunten die Besucher.
Drinnen brachte Daude seinen Zuhörern das Prinzip Bürgerbus mit Film und Vortrag näher: „Wir wollen die Orte am Rand der Samtgemeinde besser an das öffentliche Verkehrsnetz anbinden und eine für die Fahrgäste maßgeschneiderte Route austüfteln.“ So erhöhe sich die Lebensqualität der Bewohner, denn, wie bereits etablierte Bürgerbuslinien unter anderem in Weyhe und Syke zeigen, nutzen alle Generationen das rot-weiße Gefährt: Mütter mit Kleinkindern, Schulkinder, Partner im Haushalt ohne Auto, umweltbewusste Mitbürger und – zum Erstaunen des Publikums - Fahrradfahrer. „Das sind diejenigen, die eine Strecke mit dem Rad fahren und mit dem Bus nach Hause zurückkehren“, erklärte Daude. Kopfnicken im Publikum.
Ehrenamtliche Fahrer sitzen am Steuer und fahren nach Plan auf festen Linien. Dabei nutzen sie vorhandene Haltestellen. „Bei Bedarf werden zusätzliche Haltepunkte eingerichtet“, sagte Daude, bei Gemeindestraßen ein unbürokratischer Vorgang. Ob Bürgerbus oder Linienbus - der Fahrpreis ist derselbe. Überhaupt: „Großer“ und „kleiner“ Bus profitieren voneinander: „Der Bürgerbus bringt Fahrgäste zu den Hauptlinien, und der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) wiederum sponsert den Bürgerbus“, führte Daude aus: Ergänzen - keine Konkurrenz.
Apropos Kosten: Für die Anschaffungskosten des rund 85.000 Euro teuren Busses braucht der später zu gründende Bürgerbus-Verein keinen Pfennig dazubezahlen. „Das Land finanziert den Bus mit rund 50.000 Euro, der Landkreis steuert weitere 15.000 Euro bei, und der ZVBN lässt sich die Sache 20.000 Euro kosten“, rechnete Daude vor. Ein Verein muss deshalb gegründet werden, um unter anderem die Fördergelder zu beantragen und den Bus zu betreiben.
Daude appellierte, die Fragebögen, in den vergangenen beiden Wochen an alle Haushalte verteilt worden waren, auszufüllen und bis Dienstag, 31. August, abzugeben: „Macht mit, und der Bus fährt in einem Jahr.“
Weitere Informations-Veranstaltungen, auf denen auch der Bürgerbus zu besichtigen ist, finden statt am heutigen Dienstag, 17. August, in der Waldschänke in Bahlum und im Schützenhaus in Beppen, am Mittwoch, 18. August, in der Gaststätte Zum Blender Esch in Einste und im Café am Deich in Oiste, am Donnerstag, 19. August, im Feuerwehr-Gemeinschaftsraum in Morsum, am Montag, 23. August, im Gast- und Fährhaus in Horstedt, am Dienstag, 24. August, im Gasthaus Schierloh in Felde und im Gasthaus Kehlenbeck in Lunsen, am Mittwoch, 25. August, im Gasthaus Helmke in Eißel und in der Gemeinschaftssportanlage in Intschede sowie am Donnerstag, 26. August, im ehemaligen Gasthaus „Zur Kastanie“ in Dibbersen. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

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