Sie befinden sich hier: Home > Fit & Gesund > Gegacker und Gejole im Verdener Stadtwald

Gegacker und Gejole im Verdener Stadtwald

Verdener Aller-Stadtlauf 2010: Wir haben unsere zehn Unsportlichen

Laufgruppe_Start

Foto: Meike Deter, Tanja von Eiff, Silke Oestmann, Honorata Offer, Trainer Andreas Oberschilp, Tanja Bertog, Ramona Powels, Janin Nienaber (von links, oben). Jens Kühn, Rainer Brüggemann, Fred Grotum und Franz Koch (von links, unten) Foto: hn

Verden (jn). Die Resonanz auf unseren Aufruf war groß. Aus den Anmeldungen zum Training für den Verdener Aller-Stadtlauf stellte Trainer Andreas Oberschilp ein bunt gemixtes Team zusammen. Es galt keine Zeit zu verlieren. Das erste Zusammentreffen war gleichzeitig der Startschuss zum ersten Training. Voller Euphorie und wachsendem sportlichen Ehrgeiz poltern wir los. Und werden gleich ausgebremst. „Zu schnell, wir laufen ganz langsam“, ertönt es vom Trainer.

Laufen wie in Zeitlupe
Und das machen wir dann, schließlich ist er der Fachmann. Etwas irritiert, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht traben wir bei Sonnenschein durch den Wald. Zugegeben, es sieht aus wie in Slow-Motion, lässt aber dafür genügend Puste für schlaue Sprüche und unendlich viel Gegacker. „Sowas geht auch nur in der Gruppe, sonst wird man ja ausgelacht“, scherzt Fred.

Nach zwei Minuten ist es vorerst vorbei. Eine Minute gehen, dann trippeln wir wieder los. Und das wiederholen wir sieben Mal. Ist gar nicht so anstrengend. Und die Frage, wer denn die Sauerstoffzelte am Wegesrand aufstellen wird, beantwortet sich von selbst. Keiner, wir brauchen sie nämlich  nicht. Wieder am Ausgangspunkt angekommen, sieht man strahlende Gesichter und rote Wangen.
Für Einige wird’s jetzt erst schwer. Ausgiebiges Dehnen ist angesagt. Vor und zurück, hintere und vordere Beinmuskelatur, Waden und manch andere ungeahnten Körperpartien werden gereckt. Trainer Andreas ist sichtlich zufrieden
mit dem unsportlichen Haufen.  „Merkt euch diesen Zustand, in drei Monaten werdet ihr eine halbe Stunde durchlaufen und nicht kaputter sein als jetzt.“ Das sind doch mal Aussichten, wie wir sie lieben.

Freude pur
Das ist schon komisch: Da laufen knapp ein Dutzend sich vollkommen fremder Menschen samstags morgens durch die Kälte.  Statt ein träger, verschlafender Bulk an Menschen, walzt da ein Stimmengewirr durch den Wald, das es in sich hat. Ein Geschnatter und Gekicher am frühen Morgen – da huscht auch das zutraulichste Tier ins Unterholz. Innerhalb kürzester Zeit formte sich ein aufgeschlossenes Team mit einem großen Willen und einer guten Portion Humor.
So fremd waren wir uns nämlich nicht, schließlich hatten wir doch in der Vergangenheit alle die gleichen Erfahrungen gemacht. Sich alleine aufzuraffen und dauerhaft Sport zu treiben ist doppelt schwer. Eine kleine Windböe oder der Hauch einer Erkältung trübt den Eifer und man bleibt lieber Zuhause.
Es ist einfacher und kommunikativer mit Mehreren zu laufen. Sich von der Gruppendynamik mitnehmen zu lassen und dabei noch neue Leute kennenzulernen. Bisher konnten wir es nur ahnen, aber jetzt wissen wir: Es macht riesen großen Spaß!


Das Traning
Andreas Oberschilp (Lauftherapeut) baut das Programm langsam und kontinuierlich auf. Drei Mal in der Woche laufen wir gemeinsam.
In der ersten Trainigswoche liefen wir sieben mal zwei Minuten, dazwischen jeweils eine Minute gehen. In der zweiten Woche steigerten wir die Intervalle auf sieben mal drei Minuten (wieder mit einer Minute Gehpause). Zusätzlich schult  Andreas das „Lauf-ABC“, d.h.: wir steigen über imaginäre Stufen, tippeln auf Zehenspitzen und bekommen obendrein noch eine versierte Einweisung zum Thema Schuhwerk.
Die fachliche Anleitung von Andreas gibt uns Ungeübten die notwendige Sicherheit, bloß nichts falsch zu machen.  Und das gestehen wir ihm gerne zu: Er ist ein Spitzenmotivator. Infos auch unter www.oberschilp.info


...auf einen Blick