Statt eines Grabes ein Ruhebiotop

Die letzte Ruhestätte unter Bäumen/Naturnahe Bestattung im Ruheforst Kirchlinteln

Verden (ahk). Die letzte Ruhestätte muss nicht immer das traditionelle Grab auf dem Friedhof sein. Sie kann sich auch im stillen Wald unter einem mächtigen Baum befinden. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine alternative Form der Bestattung.

Die Bestattungskultur in Deutschland hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Die Zahl der traditionellen Erdbestattungen geht immer mehr zurück wogegen der Anteil der Einäscherungen weiter zunimmt und mittlerweile sogar über dem der Beerdigung im Sarg liegt. Ein Grund für diese Entwicklung ist sicher, dass den Angehörigen durch die heute oft geforderte Mobilität meist nur wenig Zeit für die Grabpflege bleibt. Ein weiterer Aspekt ist, dass es individuelle Möglichkeiten gibt, eine Urne würdevoll zu bestatten. Eine davon ist die oben erwähnte Baumbestattung. Seit drei Jahren gibt es im RuheForst Kirchlinteln diese Form der naturnahen Bestattung. Hier heißt die letzte Ruhestätte nicht Grab, sondern Ruhebiotop.

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„Für Inklusion ist in Deutschland noch viel Platz nach oben“

Sängerin Leslie Clio im Interview / Live beim Hallo Verden Festival

Foto: Sophie Krische

Verden (ab). Über sich selbst sagt Leslie Clio, sie sei „singend auf die Welt gekommen“, Singen sei ihre Bestimmung. Dieser folgt sie auch am 11. November in der Stadthalle Verden beim Hallo Verden Festival. Wir haben mit der Berliner Sängerin über eine Frauenquote in der Musik, Inklusion und ihren aktuellen Ohrwurm gesprochen.

Nachdem im letzten Jahr eher weniger Frauen auf den zwei Bühnen des Hallo Verden Festivals zu sehen waren, werden es dieses Jahr mehr sein. Haben es Frauen schwerer, im Musikbusiness „gesehen“ zu werden?
Das ist immer ein großes und facettenreiches Thema, das zum Weit ausholen lädt. Kurz gesagt  finde ich eine Frauenquote generell sinnvoll, auch in der Musik.

Du hast schon bei Rock am Ring und anderen großen Festivals gespielt – was ist die besondere Herausforderung an einem kleinen Event wie dem Hallo Verden Festival?
Ich freue mich grundsätzlich immer, mit meiner Band auf der Bühne zu stehen und Musik zu spielen. Kleine Events sind der Sache entsprechend intimer, man ist näher dran, als Künstler am Publikum und andersrum.

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Vom fliegenden Handel zum Fisch- und Delikatessengeschäft

Fisch Bremer war bis 2012 eines der ältesten inhabergeführten Geschäfte in Verden

Verden (ahk). Mehr als 100 Jahre lang hatte der Name „Fisch Bremer“ in Verden einen guten Klang. Bis 2012 gehörte das Fisch- und Deli­ka­tes­sen­geschäft zu den ältesten inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften in Verden. Stammkunden erinnern sich heute noch gern an die leckeren hausgemachten Salate, die zahlreichen Fischspezialitäten oder die delikaten Fischbrötchen. Legendär war auch der selbst eingelegte Matjes.

Den Grundstein für das Fischgeschäft legten Johann Rater und seine Ehefrau Wilhelmine bereits 1876. Das Ehepaar kaufte im Raum Verden Obst, Gemüse und Eier auf und verkaufte die Waren unter anderem auch in Bremerhaven. „Dadurch kamen sie mit dem Fisch in Berührung. Da sie nicht mit leeren Händen zurückkehren wollten, kauften sie frischen Fisch ein, um ihn auf den Verdener Wochenmärkten weiterzuverkaufen“, erzählt Hans Bremer die Geschichte seiner Vorfahren. 1901 wird die „Fisch, Obst und Grün­waren­hand­lung“, erstmals ins Gewerbeverzeichnis der Stadt Verden eingetragen. Inhaber ist jetzt August Bremer. Er hatte das Geschäft gemeinsam mit seiner Ehefrau Wilhelmine von den Schwiegereltern übernommen.

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Ein Braten braucht Zeit. Und Bacon.

Im Gasthaus Waidmannsheil wird Wild gekocht

Dörverden-Diensthop (von Alexandra Bersch). Seit ich den Foodie in mir entdeckt habe, liebe ich die kulinarische Herausforderung. Bevor ich mich in Jörg Rosenbrocks Küche im Gasthaus Waidmannsheil in Diensthop begebe, weiß ich übers Braten machen nur, dass es lange dauert. Alles weitere will ich vom Experten auf dem Gebiet der Wild-Küche lernen.

Mit meiner Lieblings-Schürze, Appetit und Wissensdurst, aber ohne Einmalhandschuhe, die ich sonst immer trage, wenn ich rohes Fleisch anfassen soll, stehe ich an einem Dienstag Nachmittag das erste Mal in einer richtigen Gastro-Küche, um dort tatsächlich zu kochen. Heute bin ich handschuhlos mutig, will alles lernen, fühlen, schmecken. Vor mir auf der Arbeitsfläche liegt eine frische Rehkeule, mit Knochen und allem was dazu gehört, daneben ein Rezept und alle Zutaten, die ich brauchen werde in kleinen weißen Schälchen.

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Was sagt eigentlich…

Christina Hartmann

Verden (ab). Als Vorstandsmitglied im KiWi (Netzwerk für Kreativ- und Innovationswirtschaft) und stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses im Kreistag – und natürlich als Projektleiterin in der Kreativbranche – arbeitet Christina Hartmann jeden Tag daran, unsere Stadt ein bisschen bunter und aufregender, strahlender und besonderer zu machen. Wir fragen uns: Was sagt eigentlich Christina Hartmann…

… über die Kreativität der Verdener?

Die Kreativität in Bezug auf was? Die Verdener sind bestimmt nicht unkreativer als andere. Auf jeden Fall sind sie sehr musikalisch, was die Musikschulen, Schulorchester und -bands und die verschiedenen Chöre beweisen. Mit dem Aller-Atelier der Lebenshilfe, Belinda di Keck’s Atelier oder den VHS-Kursen hat man Möglichkeiten, künstlerischen Hobbys nachzugehen. Kreativität im Sinne von kreativen Lösungen, Innovationsfreudigkeit oder findigen Ideen? Da kann noch was passieren. Da ist Verden eher gediegen.

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Die Generationsbrückenbauer

Die Kita und das Haus am Hesterberg verbinden Jung und Alt

Dörverden (ab). Zur Ferienzeit wird es still im Speisesaal des Pflegeheims Haus am Hesterberg in Dörverden. An der Infosäule hängt ein Zettel: „Wir haben Ferien“. „Wir“ – das sind die Kinder der Kita am Hesterberg. 2009 eröffnete die Lebenshilfe Verden einen Kindergarten in einer Station des Pflegeheims. Das Leuchtturmprojekt wurde 2011 für seine generations­übergreifende Arbeit vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration ausgezeichnet.

Insgesamt 48 Kinder besuchen die Kita am Hesterberg, aufgeteilt auf eine Krippen-, eine heilpädagogische und eine Regelkindergartengruppe. Der Standort im Haus am Hesterberg wurde ganz bewusst gewählt, damit die Koopration mit der Pflegeeinrichtung zum Alltag für alle Beteiligten wird. Ein mal wöchentlich – freitags – gibt es ein festes Angebot, bei dem sich Kinder und Senioren begegnen.

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Ich kenn da einen…

Cord Schömann betreibt eine mobile Kaffee-Bar

Langwedel (ab). Cord Schömanns Kaffeesucht begann mit seinem ersten Bürojob. „Da hat es mich aber noch nicht gekratzt, was das für Kaffee war“, sagt er lachend. „Erst, als ich dann so abhängig war, dass ich auch in meiner Freizeit Kaffee getrunken habe, fing ich an, auf den Geschmack, die Herkunft und all die Dinge zu achten, die wirklich guten Kaffee ausmachen.“ Im Sommer 2017 hat er mit seinem Start-up coffecord ein Reisegewerbe angemeldet und fährt mit dem eigenhändig zur mobilen Kaffee-Bar umgebautem Pferdeanhänger auf Märkte und große und kleine Feiern in der Region.

Bei coffecord gibt es nur Bio- und FairTrade-Kaffee aus der Rösterei Catucho in Bücken. Die Idee für den Kaffeeanhänger hat er sozusagen geerbt. „Ursprünglich wollte eine Freundin von mir ein Kaffeemobil“, erzählt der 36-jährige. Als gelernter Karosseriebauer war er da natürlich ein guter Ansprechpartner.

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135-jährige Firmentradition endete 2009

Annegret und Friedrich Mahnken führten mehr als 40 Jahre das Herrenbekleidungsgeschäft „Arnold Schultz“

Verden (ahk). Das Einzelhandelsgeschäft „Arnold Schultz, Herren- und Berufsbekleidung“ in der Großen Straße 101 zählte lange zu den ältesten Geschäften in Verden und war als inhabergeführtes Geschäft für viele Jahrzehnte eine Bereicherung für die Innenstadt. Nach 135 Jahren schlossen die letzten Inhaber Annegret und Friedrich Mahnken Ende Dezember 2009 für immer die Ladentür.

Firmengründer Arnold Schultz eröffnete seine Firma 1874 als Tuch- und Manufakturwarengeschäft. Später führten seine Kinder Robert und Elisabeth das Geschäft weiter. Im Januar 1968 übernahmen Annegret und Friedrich Mahnken die Firma. Sie waren kurz zuvor von Pattensen nach Verden gezogen. 1970 erwarb das Ehepaar Mahnken das Gebäude in der Großen Straße von Elisabeth Schultz. Im Januar 1974, in dem Jahr, in dem die Große Straße zur Fußgängerzone umgewandelt wurde, entschlossen sich die Geschäftsleute, das alte, nicht mehr zeitgemäße Gebäude abzureißen und komplett neu zu bauen.

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„Rollstuhlbasketball ist der inklusivste Sport“

Bei den Achim Lions spielen „Fußgänger“ Seite an Seite mit Rollstuhlfahrern

Achim (ab). Wenn Luftfahrt-Aluminium auf Luftfahrt-Aluminium trifft, kracht es ganz schön laut. Dieses Krachen erfüllt die Uphuser Sporthalle jeden Montag- und Donnerstagabend – nämlich dann, wenn die Rollstuhlrugby- und im Anschluss die Rollstuhlbasketball-Mannschaft des TSV Achim, die Achim Lions trainieren.

Was viele nicht wissen: Wenn nach einem Match die Hälfte der Spieler auf dem Feld aus ihren Rollstühlen aufsteht, ist das keine Seltenheit. „Rollstuhlbasketball ist der inklusivste Sport überhaupt“, sagt Nicolas Röger, der die Achim Lions trainiert und auch selbst aktiv im Kader ist. „Wir haben einen Spieler, der ist kerngesund“, erzählt er und stellt Roland Christmann vor. „Roland zum Beispiel hat mal einen behinderten Jugendlichen zum Training begleitet – und ist einfach geblieben.“

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„Alle sollen kommen und essen!“

Hovik Avetikyan eröffnet das Genuss Studio Restaurant in Verden

Verden (ab). Noch sind die Fenster in der Ostertorstraße 22 mit Folie verhangen, aber seit einigen Wochen besagt ein großes Schild in einem davon: Hovik Avetikyans Burger bekommen zu ihrem rollenden Zuhause auch ein festes Dach über dem Kopf. Der junge Koch eröffnet am 7. Oktober sein eigenes Restaurant in der Verdener Innenstadt.

Vor zwei Jahren hat sich Hovik Avetikyan mit dem Genuss Studio Catering-Service selbstständig gemacht. Mit großen und kleinen Hochzeiten, BBQ-Abenden mit dem Smoker, Firmenfeiern oder bei Gästen zu Hause hat er sich in weingen Monaten in die Herzen der Verdener gekocht und sich einen Namen gemacht. Mit dem Foodtruck sind Hovik und seine Jungs auch auf Festivals wie dem Wacken Open Air und auf Stadtfesten im Norden unterwegs.

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