Die Vintage-Gemeinschaft

„café von gestern“ lässt liebevoll die Vergangenheit aufleben

Kirchlinteln (ab). „Uns geht es gar nicht so sehr ums Servieren von Essen und Getränken oder ums verkaufen“, sagt Julia Blaschke. „Es geht um Gemeinschaft.“ Zusammen mit ihrer Cousine Nina Scheffelmeier und deren Freund Timo Tetzke organisiert sie seit 2015 das „café von gestern“ im Rahmen größerer Veranstaltungen in Kirchlinteln.

„Unsere Freunde packen alle unentgeltlich mit an“, so die beiden jungen Frauen mit dem Faible für alte Möbel und alles, was Vintage ist. Auch ihre Familien sammeln alte Möbel. Angefangen hat das „café von gestern“ mit einer Geburtstagsfeier in Julias Hamburger Wohnung. Das Motto der 50er Jahre kam so gut an, dass sie beschlossen, es bei „Kunst Kultur Kirchlinteln“ in einem etwas größeren Umfang zu veranstalten.

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Reihe: Fast vergessene Verdener Geschäfte

Carl Müller Eisenwaren befand sich über 100 Jahre in der Großen Straße

Verden (ahk). 134 Jahre, von 1842 bis 1976 war die Firma Carl Müller ein bedeutendes Handelsunternehmen in Verden. 1842 wurde die Firma von dem damals 26-jährigen Verdener Carl Hermann Heinrich Müller gegründet. Das Gemischtwarengeschäft befand sich in der Großen Straße 5 (heute Apotheke am Rathaus). Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich im Laufe von drei Generationen eine bedeutende Großhandlung mit zahlreichen Bedarfs- und Gebrauchsartikeln der Landwirtschaft, des Handwerks und des Haushalts. Die Firma Carl Müller war schließlich weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt.

Thomas Müller ist der Ur-Ur-Enkel des Firmengründers. Bei sich zu Hause hat er noch viele Unterlagen und Bilder, die von der Geschichte des erfolgreichen Unternehmens erzählen. Zu Spitzenzeiten waren dort rund 160 Mitarbeiter beschäftigt.

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Von kleinen Helden

Verdener Schauspielerin Claudia Rippe hat ein Kinderbuch veröffentlicht

Verden (ab). Tante werden kann jeder. Aber dem unbekannten neuen Menschlein ein Buch widmen – das ist schon etwas ganz besonderes. Die Geschichte über die kleinen Spørs, die auf den Dächern leben, ihre Moosfelder pflegen und Angst vor den Menschen haben, spukte schon länger in Claudia Rippes Kopf umher. Als ihr Bruder die frohe Kunde über die bevorstehende Ankunft des Nachwuchses verkündete, nahm die Idee Gestalt an und wurde nach 15 Monaten Arbeit zu „Wie Pilou ein Held wurde“ – einem einmaligen Geschenk nicht nur für den Neffen.

„Ich habe in Bern gespielt und dort haben die Häuser viele kleine Türmchen – wie Häuser auf den Dächern. Da könnten doch kleine Wesen leben, von denen wir nichts wissen, habe ich mir gedacht“ erzählt die Schauspielerin, die in Verden aufgewachsen ist, mittlerweile in Berlin lebt und zur Zeit in der alten Heimat für die Domfestspiele probt. „Eigentlich sollte mein Neffe das Buch zur Geburt bekommen, aber die Arbeit hat letztendlich ein klein wenig länger gedauert, so wurde es halt ein Halbjahresgeburtstagsgeschenk.“

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„Segeln ist wie Schach auf dem Wasser“

Yacht Club Langwedel fördert den Wassersport in der Region

Langwedel (ab). Ihr Revier ist die Weser im Bereich oberhalb des Intscheder Weserwehrs bis zur Weserbrücke in Hutbergen. Die 140 Mitglieder des Yacht Clubs Langwedel haben sich dem Segelsport verschrieben, vom 1. April bis zum 15. Oktober lassen sie täglich ihre Boote zu Wasser und trainieren für den großen Törn.

„Hier hilft jeder jedem“, sagt Heiko Kuhlmann, der 1. Vorsitzende des Vereins. 1999 mit 14 Mitgliedern als Interessensgemeinschaft gegründet, hat sich die Mitgliederzahl bis heute verzehnfacht. Segeln ist ein Familiending, neue Mitglieder treten meistens zu zweit bei. Kinder wachsen mit dem Sport auf, sind aber oft auch diejenigen, die ihre Eltern dafür begeistern – so zum Beispiel im Fall von Heiko Kuhlmann.

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„Lasst mich mal machen“

Wolfgang Reichelt: Unternehmer, niemals Unterlasser

Verden (as). Seine Stadt liegt ihm am Herzen. Die Menschen, das Gemeinwohl, die Kultur. Und Wolfgang Reichelt hat ein weites Herz. Wenn er meint, es müsse geholfen werden, auch auf unkonventionelle Weise, dann tut er das. Aus eigenen Mitteln, denen seines Unternehmens und dem, was die örtliche Wirtschaft an Förder- und Spendengeldern springen lässt. Reichelt ist ein energischer und erfolgreicher Eintreiber.

„Vieles funktioniert nur mit Sponsoring“, sagt der Geschäftsführer der weltweit operierenden BLOCK Transformatoren-Elektronik GmbH. Und wie Sponsoring funktioniert, das weiß der Multi-Funktionär mit dem Faible für straffe Organisation und Ordnung aus langjähriger Erfahrung. Er versteht es, andere für seine Ideen und Pläne einzunehmen, Mitstreiter ins Boot zu holen, notfalls auch leckgeschlagene Boote wieder flott zu bekommen.

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Neue Wege beschreiten

ALLERdings an Mediengruppe Kreiszeitung verkauft

Verden (von Janin Nienaber). Seit über einem Jahr besuche ich Monat für Monat Familienunternehmen und spreche über Eltern-Kind-Verstrickungen, Paar-Büro-Konstellationen, Geschwisterliebe- und Streitigkeiten und natürlich über Generationenkonflikte – eben über all das, was unweigerlich anfällt, wenn man mit der lieben Familie tagein, tagaus zusammenarbeitet.

Grund für diese Reihe waren meine eigenen Überlegungen, das Unternehmen meines Vaters zu übernehmen. Ende des vergangenen Jahres stand für mich fest, dass ich einen anderen Weg beschreiten werde. Der Entscheidung voran gingen mehrere Monate intensiver Gespräche – auch mit externer Hilfe – Brainstormings, das Abklären von Bedürfnissen und Erwartungen und natürlich beiderseits die Beantwortung der Frage: Was will ich eigentlich?

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Als die Milch noch aus der Pumpe kam

Lieselotte Stirkat betrieb 20 Jahre lang einen Tante-Emma-Laden am Mühlentor

Verden (ahk). „Ich hatte damals einen richtigen Tante-Emma-Laden“, erzählt Lieselotte (Lilo) Stirkat von alten Zeiten. Von 1965 bis 1985 betrieb sie im Fischerviertel am Mühlentor/Ecke Kirchstraße einen kleinen Lebensmittelladen, in dem es nach eigenem Bekunden „einfach alles“ gab.

Lilo Stirkat, als echtes Verdener Kind im Fischerviertel geboren und aufgewachsen, machte sich 1965 als Einzelhandelskauffrau selbstständig. Ein Lebensmittelgeschäft gab es an gleicher Stelle aber schon länger. Stirkat übernahm es von Käthe Pause, der Tochter des Hausbesitzers Paul Schulten. Noch davor sei ein Herr Selchow Inhaber des Geschäftes gewesen, so Stirkat.

Doch bevor Lilo Stirkat loslegen konnte, galt es erst noch zwei Prüfungen zu absolvieren. „Ich musste eine Milchprüfung machen“, erinnert sie sich. Sie musste in der Verdener Molkerei erscheinen und ihr Wissen über die Milch unter Beweis stellen. Als zweites musste sie die kaufmännische Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer bestehen, um als Kauffrau arbeiten zu können. „Ich durfte anschließend zwar keine Lehrlinge ausbilden, konnte aber Anlernlinge beschäftigen“, erzählt die ehemalige Geschäftsinhaberin.

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„Es ist schön zu sehen, wenn Heilung stattfindet“

ALLERdings-Titelgewinnerin Gabi Kirstein-Besel aus Bendingbostel ist Tierheilpraktikerin

Bendingbostel (jn). Einmal im Jahr verlosen wir an unsere Anzeigenkunden das Titelbild. Die glückliche Gewinnerin der diesjährigen Aktion für unser Juni-Cover ist Gabi Kirstein-Besel aus Bendingbostel, der wir gerne einen Besuch abgestattet haben. Natürlich mit vorheriger Ankündigung – die Tierheilpraktikerin ist nämlich ziemlich gefragt und ziemlich oft unterwegs.

Pferde, Hunde, Katzen und Nager und deren Heilung sind ihre Passion. Sie reitet seit ihrem siebten Lebensjahr, bietet ihren drei Pferden, ihrem Hund, den zwei Kaninchen und den Papageien ein Zuhause, das keine Tierwünsche offen lässt. Eine Frau vom Fach, die ihr Handwerk mit Wissen und Leidenschaft ausführt. Dabei ging Gabi Kirstein-Besel vorerst einen anderen Weg. Einen, sagen wir mal, konservativeren – „Ich habe bei den Verdener Stadtwerken gelernt und mich dort bis zur Bilanzbuchhalterin hochgearbeitet“, erzählt die Bendingbostelerin. Als vor rund zwölf Jahren ihr Hund erkrankte, packte sie der Ehrgeiz und die Neugierde, möglichst viel über alternative Heilmethoden zu erfahren. Am Ende kam dabei ein nebenberufliches Studium und etliche Fortbildungen heraus, die sie zum heutigen Beruf der Tierheilpraktikerin befähigen.

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„Der schönste Spielplatz der Welt ist der Markt“

Schaustellerfamilie Greger kommt seit 35 Jahren zur Domweih / Tochter Christin führt Geschäfte fort

Verden/Cadenberge (jn). Die Klitschkos, Jogi Löw und Helmut Kohl ebenso wie Dagmar Berghoff und Christian Wulff – sie alle, und noch viele, viele weitere Promis und Persönlichkeiten reihen sich in die Fotogalerie im Keller der Gregers. Die Schaustellerfamilie aus Cadenberge hat sich auf den Rummelplätzen des Nordens einen Namen gemacht. Passend zur Domweihzeit haben wir den Pizza-Gentleman und seine Tochter für unsere Reihe „Familienunternehmen“ in ihrer Heimat besucht.

Seit 35 Jahren kommen Egon Greger und seine Familie nach Verden zur Domweih. Entsprungen aus einer Schaustellerfamilie verbringt der heute 75-Jährige sein gesamtes Leben auf Märkten. Bis zu 30 verschiedene Schulen pro Jahr besuchte Egon Greger als Kind. „Eine wahnsinnig schöne Zeit verbunden mit vielen Erinnerungen“, sagt er. Keine Frage, für das „zweitälteste Gewerbe der Welt“ muss man gemacht sein. Für seine zwei Kinder hatte Egon Greger genaue Zukunftsvorstellungen. „Schon recht früh haben wir in der Familie entschieden, dass mein Sohn in das Geschäft einsteigen wird. Obwohl der Markt für mich immer noch der schönste Spielplatz der Welt ist, wollten wir für unsere Tochter Christin eine andere Zukunft.“

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Die letzten Worte – zum 40. Mal

Beerdigungsgemeinschaft trägt die 1032. Domweih zu Grabe / Ausstellung bei Höltje geplant

Verden. (jn). „Lang sehnt man sie herbei, doch schon nach sechs tollen Tagen ist sie wieder vorbei. Länger hätte sie der Geldbeutel nicht ertragen, darum lasst sie uns jetzt begraben.“ Gut, dass diese letzten Worte keine einmaligen sind. Die Beerdigungsgemeinschaft Verdener Domweih schreitet dieses Jahr zum 40. Male zur Tat und trägt die 1032. Domweih zu Grabe.

32 Mitglieder des Vereins ziehen am Donnerstag, 15. Juni, über die Domweih – selbstredend im Anzug mit Fliege, Zylinder und weißen Handschuhen – der Anstand und Respekt erfordert es. Ihre Aufgabe: die Beerdigung der 1032. Domweih. Mit dabei – der Sarg. Ihr Trauermarsch beginnt um 20 Uhr bei Höltje und folgt einer festen Route. „Nach einigen Zwischenstopps werden wir uns gegen 23.45 Uhr vom Bodega Richtung Aller aufmachen, wo wir zum 40. Male unserer Vereinsgeschichte den Domweihsarg in die Aller versenken“, beschreibt Franz-Josef Jurdzik. Der Domweih-Insider hat auch dafür gesorgt, dass es anlässlich der runden Beerdigungs-Zeremonie eine Ausstellung über den Verein und die vergangenen 41 Jahre geben wird.

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